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Nach der tollen Etschtal
Fahrradtour
2004 sollte im Folgejahr eine mindestens genau so schöne Tour
folgen. Selbstverständlich ebenfalls im Gebirge, und immer an
einem Fluss entlang talwärts. Wir haben uns für den
Inn-Radweg
entschieden, weil wir von St. Moritz aus schon zwei mal den Albulapass überquert
hatten, und die Landschaft da einfach traumhaft schön ist.
Der Inn entspringt oberhalb von St. Moritz am Majolapass und kann bis
zur Mündung in die Donau bei Passau be-radelt werden. Der
Schweizer Abschnitt der Strecke ist Teil der Graubünden Velo Route
6.
Wegen der
einfacheren Verkehrsanbindung sind wir von St. Moritz aus gestartet.
Wieder wie im Vorjahr mit einem Wohnwagen als Basis. Diesmal jedoch mit
dem eigenen...
Etappe 1 St.
Moritz - Zernez 35 Km
Das Gespann blieb auf dem auf dem Parkplatz der Seilbahnstation in
St.Moritz stehen. Strahlend blauer Himmel, und schneebedeckte Berge
begleiteten uns. Der Regen, der uns am Silvaplana Campingplatz in den
Schlaf gewiegt hatte, war einige hundert Meter oberhalb als Schnee
gefallen.
Kurz unterhalb von
St. Moritz
Der Radweg
verläuft auf der rechten Talseite, ist gut ausgeschildert, ohne
Verkehr, und bis S-Chanf auch ohne größere Steigungen.

S-Chanf
In S-Chanf war es Zeit
für eine Mittagspause. Leonie hatte im Gegensatz zur
letztjährigen Tour darauf bestanden mit dem eigenen Rad zu fahren.
Allerdings war sie in S-Chanf nach nur 20 Km völlig
erschöpft. Wir sind daraufhin mit dem Zug zurück nach St.
Moritz, und haben das Auto bis nach Zernez auf dem Campingplatz
gefahren.
Das geht in der
Schweiz an jedem Brunnen
Annette und Lucas fuhren bis Zernez alleine weiter. Der Radweg steigt
auf diesem Teilstück allerdings steil nach rechts in die Berge.
Landschaftlich ein Traum, aber auch anstrengend....
Viadukt
der Eisenbahnverbindung nach Scuol
Es ging lang
und steil auf Schotterwegen nach oben, durch traumhafte Wälder.
Lucas fehlte nach einer Weile allerdings der Zugang zu dieser
Landschaft, es war einfach zu anstrengend:

Streik!
"Ich fahre nicht mehr
weiter! Du hast versprochen es geht endlich runter! Ich bleibe hier!!
Mit
viel Einfühlungsvermögen konnte Annette Lucas überzeugen
doch weiter zu fahren. Und nach einer Weile ging es dann
tatsächlich bergab. Aber später auch wieder steil nach
oben....

Einige "Streiks"
später war es tatsächlich geschafft, bis Zernez ging es nur
noch bergab, bis direkt auf den Campingplatz.
Etappe
2 Zernez - Lavin 12 Km
Wegen schlechtem Wetter gingen wir die 2. Etappe erst Mittags an.
Zwischendurch gabs immer wieder Regenschauer, und es war kalt.

Oberes Inntal
Der Radweg verläuft
auch hier meistens auf der rechten Talseite und hält sich dicht an
den Fluss, wodurch auf diesem Teilstück wenige Steigungen
anfallen. In Lavin waren wir durch gefroren und hatten genug. Die
Räder blieben in Lavin am Bahnhof, und wir fuhren mit dem Zug
zurück nach Zernez.
Etappe 3 Lavin
- Scuol 18 Km
Bescheidene 18 Km, aber anstrengende! Der Radweg verläuft nun
meistens auf der linken Talseite, und windet sich von Lavin auf einem
Schotterweg nach oben nach Guarda. Wir wussten vorher dass es
anstrengend wird, aber soo...

...Röchel...
Die Kinder wollten nach einer Weile
nicht mehr weiter, und wir haben sie die meiste Zeit nach oben
geschoben.
Guarda ist ein schönes Schweizer Bergdorf, das abseits der
Hauptverkehrsstraße vor sich hin schlummert.
Hübsche
Häuser in Guarda
Im einzigen Restaurant im Dorf, mit weitem Blick über das Inntal
haben wir unsere leeren Mägen wieder aufgefüllt, bevor es
nach Ardez auf
einer Teerstraße bergab ging.

Pflaster nach einem Sturz
Kurz
vor Ardez gibt es ein sehr steiles Schotterstück, das für
Leonies Fahrkünste zu schwer war. Fälschlicherweise hat sie
das Vorderrad überbremst, und ist gestürzt. Aber das
schöne bunte Pflaster hat das Lächeln zurück gebracht.
Lucas ist das selbe Wegstück in echter mountainbike Manier mit
blockierendem Hinterrad gedriftet. Manchmal schauen Eltern besser
weg....
Offiziell steigt der Radweg nun wieder steil an bis nach Ftan. Das war
uns dann aber doch zu viel, wir sind bis Scuol auf die wenig befahrene
Kantonstraße ausgewichen.
Die Schweizer Radwegplaner legen die Routen sehr häufig so, dass
sie durch die Dörfer führen, auch wenn es für Radler
Streckenverläufe geben würde, die mit weniger Steigungen
verlaufen. Man kann Ftan von Guarda unter Umgehung von Ardez erreichen,
indem man sich immer links am Hang hält und nicht der
Radwegbeschilderung folgt, sondern der für die Wanderer....
Etappe
4 Scuol - Martina 20 Km

Scuol
Bei traumhaftem Wetter ging es von Scuol auf der rechten Talseite
weiter, zunächst ohne allzu große Steigungen, und
völlig ohne Verkehr.

sanftes dahingleiten
Bis San Nicla folgt der Radweg dem Fluss, aber dann..... steigt er
wieder einmal steil nach oben. Schieben ist angesagt, PROTEST der
Kinder!!!

Schieben...
Hoch
über dem Tal angekommen ging es dann fahrtechnisch anspruchsvoll
bergab.

...endlich wieder abwärts
In
Martina gabs dann ein Eis, und ich fuhr mit dem Bus zurück nach
Scuol um das Gespann zu holen. Das Tal wird nun zwischen Martina und
Pfunds sehr eng, und die Kantonstraße verkehrsreicher.
Außerdem war uns nicht klar, wie wir die Österreichische
Grenze mit öffentlichen Verkehrsmitteln überwinden sollten.
Deshalb haben wir ein paar Kilometer übersprungen.
Etappe
5 Pfunds - Prutz 17 Km

Pfunds
Dieses Teilstück ist
nun wieder besonders leicht. Lockeres Radeln auf geteerten
Straßen mit wenig Verkehr und angenehmen Temperaturen.

Inn bei Tösens
Kurz vor Prutz gab es dann
leider einen Unfall, der die Tour hier fürs erste beendet hat:
Annettes und Leonies Lenker hatten sich beim Radeln ineinander verhakt,
und sie stürzten. Annette hat sich die Hand dabei so stark
aufgerissen, dass an weiterfahren für die nächsten Tage nicht
zu denken war. Leonies Unterarm war ebenfalls aufgeschürft, und
die Videokamera sieht seit dem auch ganz anders aus, funktioniert aber
noch....
Wie gings weiter?
Wir hatten noch ein paar Tage Urlaub, und ich war
noch nie am Königssee. Also sind wir zum Wandern an den
Königssee gefahren. Aber das ist eine andere Geschichte...
Charakter der Tour bis Innsbruck: Sehr
schöne Landschaft
und sehr wenig Verkehr. Zum Teil anspruchsvolle Anstiege, die Abfahrten
teilweise auf Schotterwegen und sehr steil.
Auf diesem Teilstück fährt man zu 70% auf Asphalt, auf
manchen Naturstraßen liegt nur ganz grober Schotter.
Beschilderung:
Der Radweg ist sehr gut ausgeschildert. Verfahren ist praktisch
unmöglich.
Verkehrsverbindung im Inntal:
Zwischen St. Moritz und Scuol
verkehrt eine Eisenbahn, danach fahren Busse bis hinunter nach
Innsbruck.
Übernachtung:
Wir sind von Campingplatz zu Campingplatz geradelt. Abends bin ich mit
dem Bus/Zug zurückgefahren und habe das Gespann zum nächsten
Platz gefahren. Je nach Distanz zum nächsten Platz sind wir einige
Male auch zusammen mit dem Zug zum Campingplatz zurück gekehrt,
und haben das Gespann erst einen Tag später auf den nächsten
Platz gebracht.
Reisezeit:
Wir waren im Mai/Juni unterwegs. Wie man auf den Bildern erkennen kann,
lag die Schneegrenze zu Anfang nur einige hundert Meter über uns.
Tagsüber war es zunächst sehr frisch. Erst weiter unten im
Tal wurde es dann deutlich wärmer.
Karte zur Tour
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