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PDA Navigation



Navigation mit dem PDA




Den ersten Kontakt mit einem Navigationssystem hatte ich vor vielen Jahren beim Segeln. Der auf der Yacht installierte GPS Empfänger hatte ungefähr die Ausmaße eines Kofferradios. Damals wurde das GPS Signal von der amerikanischen Betreibergesellschaft mit einem künstlichen Fehler belegt. Dies führte dazu, dass die Yacht laut GPS Empfänger mit einer geringen Geschwindigkeit unterwegs war, obwohl wir fest vertäut im Hafenbecken lagen. Für die Navigation auf See ist eine Abweichung von ein paar hundert Metern kein Problem, im Auto muss es aber genauer sein.
Dieser künstliche Fehler ist inzwischen abgeschaltet, und die Empfänger auf Streichholzschachtelgröße geschrumpft.

Als mir meine Firma ein neues Notebook spendierte, war eine Version von Autoroute 2000 dabei, die ich zur Routenplanung benutzte. Die Software unterstützt verschiedene GPS Empfänger. Der Nachteil aber ist, dass ein Notebook eine gewisse Größe und Gewicht hat, und im Auto nicht unbedingt auf dem Beifahrersitz liegen sollte. Am Zielort wird es vielleicht gar nicht benötigt, und wo bringt man es im Urlaub auf dem Zeltplatz unter?
Irgendwie war mir das alles noch zu umständlich.

Zufällig stieß ich dann im Internet auf einen Artikel eines Wohnmobilisten, der genau das gleiche Problem hatte, und seine Navigation nun auf einem Pocket PC mit GPS Empfänger macht!
Genial einfach, aber einen PDA nur für Navigationszwecke?
Man kann über den Nutzen dieser Geräteklasse streiten, ich benutze ihn als
- Straßen Navigationssystem
- Wander Navigationssystem
- mp3 Player (Es gibt ein WinAmp für Pocket PC's)
- Bildbetrachter (Die Bilder aus der Digitalkamera im Urlaub)
- Videoplayer (Die Leistung ist ausreichend für mpeg Videos mit 320x200 Punkten)
- Zum kurzen Zugang ins Internet über WLAN
- Skypen


Bis auf die Navigationssoftware ist alles kostenlos zu bekommen. Navigationssoftware gibt es zwar auch umsonst, aber meist navigiert man auf selbst eingescannten und kalibrierten Karten herum, das taugt eigentlich nur zum Wandern oder für nautische Zwecke.

Anforderungen an den PDA

Das Kartenmaterial  ist sehr kompakt, passt aber nicht komplett in den Speicher eines PDA's. Deshalb braucht es eine Speichererweiterung. Compact Flash hat den günstigsten Preis/Megabyte, und den Vorteil, dass es über einen eigenen Kontroller verfügt, so dass ein Gerät mit jeder beliebigen Größe an Speicher zurecht kommt, ohne dass die Firmware des Gerätes den Speicherrichtung explizit unterstützen muss. Mein Digitalfoto benutzt ebenfalls Compaq Flach, so dass die Karten beliebig zwischen den Geräten austauschbar sind. 64 MB Gerätespeicher sollten es schon sein, der PDA sollte einen Lautsprecher und einen Kopfhörerausgang besitzen, und ein Display mit 320x200 Pixeln.

Der Pocket PC

Mein erster Pocket PC war ein Pocket Loox von Fujitsu-Siemens, mit externer GPS Maus die über ein Kabel mit dem Zigarettenanzünder verbunden war. Inzwischen habe ich auf einen Asus MyPal A636 aufgerüstet, der die GPS Antenne schon eingebaut hat. Das Zusatzkabel aufs Autodach entfällt somit auch bei Autos mit Thermoverglasung, denn der eingebaute GPS Empfänger hat den neuen SIRF III Chipsatz, der das GPS Signal sogar in Gebäuden finden kann!


Asus mit TomTom
Asus mit TomTom Straßennavigationssoftware
(Die Antenne bleibt i.d.R. eingeklappt)

Zusatzspeicher

Der Asus hat leider keinen Compactflash Slot mehr, sondern eine SD Karte. Die Straßen- oder Wanderkarten passen nicht in den Arbeitsspeicher des PDA. Deshalb braucht es eine Speichererweiterung. Ich habe nun eine 2 GB SD Karte, das lässt genug Raum für Straßennavigationskarten, mp3 und Wanderkarten.

Der GPS Empfänger

Ursprünglich war die Empfangsqualität der Empfänger in den Fahrzeugen nicht immer ausreichend, weshalb eine Kabelverbindung aufs Autodach nötig war. Das war OK, das Kabel hatte ich hinter der Sonnenblende entlang geführt. Bei sehr starkem Regen hat es allerdings rein getropft.
Der Asus hat die Antenne nun auf der Rückseite zum ausklappen, was aber nur selten nötig ist. In der Regel bleibt die Antenne drin, nur bei sehr schlechten Bedingungen (dichter Wald oder starker Regen) ist das Ausklappen nötig.

Die Stromversorgung

geschieht über den Zigarettenanzünder und ein mitgeliefertes Kabel.

Befestigung im Auto

Der Asus bringt auch die Halterung gleich mit. Er wird mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe werden. Ideal ist die Stelle unter dem Spiegel.

Die Navigationssoftware

Nach dem Durcharbeiten verschiedener Testberichte habe ich mich für den TomTom Navigator 5.0 entschieden, weil er die z.Z. kompaktesten und besten Karten benutzt, genau navigiert, und ein gutes Userinterface besitzt. Eine Länderkarte wird mitgeliefert, die Plus Karten decken das Kernland (Deutschland, Österreich, Schweiz, z.T. Osteuropa) und ganz Resteuropa mit den wichtigsten Straßenverbindungen ab.
Die Navigation erfolgt über 4 Arten:
1. Sprachanweisung
2. Durch Symbole am unteren Rand des Bildschirms
3. Entfernungsangabe zum nächsten Ereignispunkt  z.B. Kreuzung
4. Durch die Karte, die automatisch gedreht wird, und ein bei langsamer Fahrt automatisch größer zoomt

Die Sprachanweisung kommt über den eingebauten Lautsprecher des PDA. Hat der PDA einen Kopfhörerausgang, kann man diesen an das Autoradio koppeln, oder einen kleinen Aktivlautsprecher anschließen, sofern es zu leise sein sollte.

Die Kartengröße

Deutschland hat ca. 220 MB, Frankreich 250 MB. Die Plus Karte Deutschland und Resteuropa kommt auf  415 MB. Mit den Plus Karten kann man nun auch ohne die Karte an der Grenze wechseln zu müssen von Nordkap bis nach Gibraltar navigieren. (Die Berechnung der Route hat dann schon mal 10 Minuten gedauert... ;-) )

Die Erfahrungen

SSUUUUPPPER!!
-Vorbei die Zeiten, in denen man an den Atlantik fahren will, aber die holde Gattin die Route ans Mittelmeer wählt, und eine Stunde lang behauptet man wäre richtig!
-Ohne Stress in eine fremde Stadt und wieder raus!
-Ist man alleine unterwegs, legt man schon vor der Reise die Zielpunkte fest, und navigiert dann einfach zu den vorher abgespeicherten Favoriten.
-Die Straßeneingabe ist mit dem PDA Stift kinderleicht, eine automatische Wortergänzung macht alles noch schneller.
-Hunderte vordefinierte Orte von der Autobahnraststätte bis zum Zeltplatz sind in jeder Karte enthalten, eigene können definiert, oder aus dem Internet geladen werden.
-Der PDA ist an einer Raststätte innerhalb von 3 Sekunden abmontiert und verschwindet in der Hemdtasche. Ebenso schnell ist er wieder montiert, einfach Kabel anschließen und fertig!
-Für die meisten Karten funktioniert sogar die Hausnummernsuche.

Drei Beispiele:

1. Wir wollten in Rom zum Petersdom. Also bei den "Orten von Interesse" Parkplätze, Parkhäuser und Kirchen angeschaltet. Ich wähle den Parkplatz der am dichtesten am Petersdom liegt, und die Fahrt dorthin klappt super. Es ist ein Parkplatz frei. Wir besichtigen den Dom, und wollen danach zum Circus Maximus. Parkplatz direkt daneben auf der Karte markiert, locker hin gefahren, Parkplatz frei und drauf. Zu sehen gibts da aber nicht viel, also weiter zum Parkplatz neben dem Kolosseum. Ganz locker hincrusen, und schon wieder ist was frei??!! (Das liegt nicht an der Software, da bin ich sicher!!). Kolosseum besichtigt. Danach sind die Kinder müde und wollen zurück, also den Campingplatz angewählt, und in einer halben Stunde sind wir wieder draußen.

2. Man ist geschäftlich unterwegs,und hängt abends im Hotel rum. Im Zimmer liegen Prospekte dieser schönen Stadt. Man sucht sich was aus, gibt die Adressen schon im Zimmer ins Navigationssystem ein, steigt ins Auto und fährt entspannt hin!!

3. Auf Sizilien waren wir auf den Straßen am Ätna unterwegs. Plötzlich kam die Anweisung die Hauptstraße zu verlassen. Es ging steil bergauf durch ein Wohngebiet und auf eine total durchlöcherte Straße. Theoretisch hätte man da fahren können, das mag auch der kürzeste Weg gewesen sein, aber die digitale Straßenkarte ist an dieser Stelle von einem Lavastrom überholt worden. Fazit: Manchmal gehts wegen des Navigationssystem schief!

Was könnte besser werden?

Nun mit dem neuen Asus nicht mehr viel. Kompakt, lange Laufzeit, kein Kabelgewirr. Einen Nachteil hat er aber doch: War er eine Zeit lang nicht eingeschaltet, dauert es ziemlich lange, bis die erste Position gefunden ist. Danach findet er die Position praktisch sofort. Abhilfe: Vor dem Start mit ausgeklappter Antenne eine Position finden lassen.

FAQ

Was passiert in einem Tunnel?

Das GPS Signal reißt selbstverständlich sofort ab, die Software nimmt aber die Durchschnittsgeschwindigkeit vor dem Tunnel, und trackt noch eine ganze Zeit weiter, als wäre das Signal noch da. Die Abzweigung im Tunnel verpasst man also nicht.

Was passiert an einer Landesgrenze?

Deutschland, Österreich und Schweiz gelten beim TomTom Navigator als eine Einheit, man kann die Landesgrenze überqueren, ohne eine andere Karte explizit laden zu müssen. Fährt man von der Schweiz nach Italien, muss man am Grenzübergang die Italienkarte nachladen.
Mit den Plus Karten entfällt auch das, da diese ganz Europa enthalten.

Wie ist die Navigationsqualität?

Das GPS Signal kommt in der Regel mit einer Abweichung von unter 10 Metern. Pro Sekunde wird eine Position berechnet, aus der Differenz der Einzelpositionen ergibt sich die Geschwindigkeit. Der Standort auf der Karte befindet sich immer auf der Straße und nur dann auf dem Feld daneben, wenn die Straße noch nicht in die Karte eingearbeitet wurde. Kartenupdates gibt es vom Hersteller der Software.
Ignoriert man die Anweisungen, berechnet die Software nach einigen Sekunden die Route neu. Das System berechnet dann nicht die komplette Strecke neu, sondern den kürzesten Weg auf die Originalroute, was manchmal zu eigenartigen Ergebnissen führt, weil es geradeaus vielleicht nur unwesentlich weiter wäre...
Die Sprachanweisungen kommen rechtzeitig und sind ausreichend. Manchmal kommt es allerdings zu Missverständnissen, wenn an einer Kreuzung rechts abgebogen werden soll, es aber "ganz rechts", "rechts", "halb rechts" und "schräg rechts" gehen könnte. Ein Blick auf die Karte hilft meist, aber nicht immer, weil man ja noch auf den Verkehr achten muss.


Zusatznutzen Wandernavigation

Möchte man den PDA auch fürs Geocaching oder zum Wandern benutzen, ist das beste z.Z. verfügbare Paket PathAway auf dem PDA, und Touratech auf dem PC.

Touratech
Touratech für den PC

Mit Touratech kann man die digitalen Karten der Landesvermessungsämter bearbeiten, und Tracks, Routen und Kartenausschnitte auf dem PDA speichern. Das ersetzt die Wanderkarten, und man weiß immer genau wo man sich im Gelände befindet. Viele Fremdenverkehrsämter bieten inzwischen GPS Koordinaten von Wanderungen und Touren zum Download an. Diese werden dann einfach in Touratech bzw. im PDA in PathAway eingeblendet. Streckenlänge, Höhenprofil etc. sind selbstverständlich.

Asus mit PathAway
Asus mit PathAway

Der Asus hält hier mit abgestelltem Bildschirm 9 Stunden Dauerbetrieb durch. Ich schalte ihn bis zur nächsten Kreuzung an der Rückseite auf "Hold". Der Bildschirm der die meiste Energie verbraucht ist dann abgeschaltet, die Software läuft aber weiter. Der Akku hält dann fast ewig.


PDA am Mountainbike

Die Navigation im Gelände wird auf dem Mountainbike schwierig, wenn der Pocket PC nicht leicht erreichbar ist (z.B. im Rucksack). Ideal ist die Montage am Lenker in einem entsprechenden Schutzgehäuse. z.B. im Armor Case I.

PDA am Mountainbike
GPS am MTB

Da die zusätzliche Folie etwas Licht nimmt, aber das Display trotzdem gut ablesbar sein soll, muß die Hintergrundbeleuchtung im Batteriebetrieb auf 100% gestellt werden. Damit das nicht zuviel Energie kostet, schaltet sich die Beleuchtung nach 30 Sekunden Nichtbenutzung ab.

Der PDA kann durch die Folie bedient werden, der "Hold" Knopf  (um den Bildschirm abzuschalten), und der "Aus" Schalter sind so aber nicht bedienbar. Der Asus lässt sich aber auch durch längeres Drücken auf einen der rechten 4 Tasten wiederbeleben. Auf den Oberen habe ich PathAway gelegt. Um den Bildschirm abzuschalten, oder den PDA für längere Zeit abzuschalten gibt es eine freie Software: Pocket Power Manager. Diese liegt auf der linken oberen Taste. Drückt man diese für ca. 3 Sekunden, erscheint ein Popup Fenster mit 5 Buttons : Monitor Off, Soft Reset, Power Off, Rotate Screen und Cancel.
Wird der PDA für einige Zeit nicht gebraucht, das GPS soll aber weiter mit tracken, schaltet man den Monitor aus. Wird die Batterie langsam knapp, drückt man Power Off.
Reaktiviert wird PathAway, indem man kurz den rechten oberen Knopf drückt. Auf die linken Laut/Leise Tasten habe ich Zoom+/- gelegt, die linken +/- Tasten wählen eine Karte in grösserem/kleineren Massstab, sofern verfügbar.

Tracken von Mountainbike Touren:
PathAway ist so eingestellt, dass alle 3 Sekunden eine Position gespeichert wird, aber nur, wenn sich die letzte Position um mindestens 5 Meter von der letzten unterscheidet. Der Track kann dann später am PC ausgewertet werden.

Montage am Lenker:
Mitgeliefert wird ein Schnellspanner, der das Gehäuse sicher am Lenker befestigt. Für dickere Mountainbile Lenker ist eine Oversize Version verfügbar. Wichtig ist, die mitgelieferte Gummi Unterlage zu verwenden.

Stabilität / Bedienbarkeit / Ablesbarkeit:
Hält bombenfest, ist auch bei Vibrationen bedienbar, und hat gleich auf der ersten Tour einen Sturz überstanden. Dem PDA macht das Gerüttel nichts aus, er ist durch Schaumstoffeinlagen von hinten fixiert.
Die Ablesbarkeit ist gut, und auch bei Sonnenschein noch erkennbar. Legt man die gewünschte Tour als Track vorher fest, sollte dieser mindestens 3 Pixel breit eingestellt sein, sonst geht der Track in den Karteninformationen unter.



Zusatznutzen Geokodierung von Fotos

Nur wenige Fotoapparate bieten zur Zeit ein integriertes GPS Modul an, das Fotos gleich bei der Aufnahme mit der richtigen Position versieht. Mit PathAway oder jeder anderen PDA Software, die GPS Koordinaten alle paar Sekunden speichern kann, ist eine halbautomatische Geokodierung sehr einfach möglich: Die Kamera und die PDA Zeit halbwegs synchronisieren, und vom PDA alle ca. 10 Sekunden eine Position mit schreiben lassen. Nach dem Ende der Tour die Positionen ins "gpx" Format auf dem PC speichern. Mit der kostenlosen Software "PhotoMapper" werden die Bilder und die Positionen automatisch abgeglichen, und die Positionen im EXIF Header der Photos gespeichert. Auf Wunsch kann für GoogleEarth gleich auch noch eine "kmz" Datei erstellt werden, die Thumbnails der Bilder, und die zurückgelegte Strecke als Wegpunkte anzeigt!

Über die Jahre entsteht so mit geokodierten Fotos dann eine Art digitaler Foto Globus. Nachträgliches geotaggen von einzelnen Bildern ist übrigens mit GoogleEarth und der ebenfalls kostenlosen Software Picasa2 auch problemlos möglich. Man braucht allerdings ein gutes Gedächtnis, um das für einige Jahre alte Aufnahmen noch sauber hinzu bekommen. Einige Bilder aus der amerikanischen Wildnis nahe der kanadischen Grenze kann ich bis jetzt immer noch nicht zuordnen.....


Billigangebote von Aldi Lidl und Co

Die funktionieren auch, allerdings sind die GPS Empfänger schlechter. In manch einem Auto oder im Wald gibts dann gar keinen Empfang. Die Geräte haben nicht die gleiche Akkulaufzeit, bzw. die Akkus lassen sich nicht wechseln, oder der PDA hat kein WLan. Die mitgelieferten Straßenkarten decken meist nur ein Land ab, weitere Karten müssen dann extra erworben werden.
(You get what you pay for.... )








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